Rufumleitung einrichten: Swisscom, Sunrise, Salt

Sie haben sich für einen KI-Telefonassistenten entschieden. Account erstellt, Wissensbasis aufgebaut, Begrüssung konfiguriert. Alles bereit. Jetzt fehlt nur noch eines: die Verbindung zwischen Ihrer bestehenden Telefonnummer und dem Assistenten. Dieser letzte Schritt dauert fünf Minuten und erfordert keine technischen Vorkenntnisse. Trotzdem ist es genau hier, wo viele KMU zögern. "Muss ich meine Nummer wechseln?" Nein. "Merken meine Kunden etwas?" Nein. "Ist das kompliziert?" Definitiv nicht.
Die Rufumleitung ist der einfachste Schritt der gesamten Einrichtung. Sie behalten Ihre Rufnummer, Ihre Kunden wählen dieselbe Nummer wie immer, und der Anruf wird im Hintergrund an Ihren KI-Assistenten weitergeleitet. Die Anrufenden bemerken davon nichts. Es klingelt, jemand nimmt ab, ihr Anliegen wird bearbeitet. Das Ergebnis: Erreichbarkeit rund um die Uhr, ohne dass Sie selbst ständig am Hörer sein müssen.
Kurz und bündig: Die Rufumleitung verbindet Ihre bestehende Telefonnummer mit Ihrem KI-Telefonassistenten. Sie behalten Ihre Nummer, Ihre Kunden merken keinen Unterschied. Bei Swisscom, Sunrise und Salt richten Sie die Weiterleitung per GSM-Code oder App in wenigen Minuten ein. Drei Varianten stehen zur Wahl: sofortige Weiterleitung (alle Anrufe an KI), bei Nichtannahme (KI als Backup) und bei Besetzt (KI für Überlauf). Wichtig: Die Combox ist selbst eine Umleitung, wer sie nicht deaktiviert oder überschreibt, verliert Anrufe an den Sprachspeicher. Bei Flatrate-Abos entstehen in der Regel keine Zusatzkosten.
Wie funktioniert die Rufumleitung technisch?
Das Prinzip ist denkbar einfach. Sie teilen Ihrem Telefonanbieter mit, dass eingehende Anrufe unter bestimmten Bedingungen an eine andere Nummer weitergeleitet werden sollen. Diese andere Nummer ist die fonea-Nummer, die Sie bei der Account-Erstellung erhalten haben.
Technisch passiert Folgendes: Ein Kunde ruft Ihre Geschäftsnummer an. Das Mobilfunknetz oder die Festnetzinfrastruktur Ihres Anbieters erkennt, dass eine Umleitung aktiv ist. Der Anruf wird an die hinterlegte Zielnummer weitergeleitet. Der KI-Assistent nimmt ab. Aus Sicht des Anrufers hat sich nichts geändert. Er hat Ihre Nummer gewählt, und jemand hat abgenommen.
Wichtig: Die Rufumleitung ist eine Standardfunktion jedes Schweizer Telefonanbieters, für Geschäftskunden genauso wie für Privatpersonen. Sie brauchen keinen speziellen Tarif, keine Zusatzoption und keine technische Freischaltung. Bei den meisten Flatrate-Abonnements von Swisscom, Sunrise und Salt sind Weiterleitungen auf Schweizer Nummern in der Gesprächspauschale enthalten. Es entstehen also keine zusätzlichen Kosten.
Falls Sie noch keinen fonea-Account haben: Die vollständige Einrichtung dauert etwa 1,5 Stunden. Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung finden Sie im Beitrag KI-Telefonassistent einrichten: Anleitung in 7 Schritten. Und wenn Sie sich fragen, ob ein KI-Telefonassistent für Ihr Unternehmen überhaupt sinnvoll ist, hilft unser Leitfaden: KI-Telefonassistent für die Schweiz.
Welche drei Varianten der Rufumleitung gibt es?
Bevor Sie die Umleitung einrichten, müssen Sie eine Entscheidung treffen: Wann soll der KI-Assistent übernehmen? Es gibt drei Varianten, und jede passt zu einem anderen Betriebsmodell.
Variante 1: Sofortige Weiterleitung (alle Anrufe). Jeder eingehende Anruf geht direkt an den KI-Assistenten. Ihr Telefon klingelt nicht. Diese Variante eignet sich für drei Szenarien: Sie möchten den Assistenten rund um die Uhr einsetzen, ohne selbst Anrufe entgegenzunehmen. Sie sind im Aussendienst und können tagsüber nicht ans Telefon gehen. Oder Sie nutzen die Weiterleitung nur ausserhalb der Geschäftszeiten und schalten sie morgens wieder ab.
Variante 2: Weiterleitung bei Nichtannahme. Ihr Telefon klingelt normal. Wenn Sie nach einer bestimmten Anzahl Klingeltöne (in der Regel 4 bis 6, also 15 bis 25 Sekunden) nicht abnehmen, wird der Anruf an den Assistenten weitergeleitet. Das ist die beliebteste Variante für KMU. Sie nehmen ab, wenn Sie können. Alles andere fängt die KI auf. Kein verpasster Anruf, keine Mailbox.
Variante 3: Weiterleitung bei Besetzt. Wenn Sie gerade telefonieren und ein zweiter Anruf eingeht, wird dieser an den Assistenten weitergeleitet. Statt Besetztzeichen hört der Anrufer eine freundliche Begrüssung. Diese Variante ist besonders wertvoll für Einzelunternehmen und kleine Praxen, die nur eine Leitung haben.
Die Empfehlung für die meisten KMU: Kombinieren Sie Variante 2 und 3. So haben Sie die volle Kontrolle: Sie nehmen ab, wenn Sie können. Wenn nicht, übernimmt der Assistent. Und wenn Sie bereits im Gespräch sind, fängt er den zweiten Anruf auf. Kein Kunde hört jemals ein Besetztzeichen oder eine Mailbox.
Wie viel verpasste Anrufe Ihr Unternehmen tatsächlich kosten, zeigt der Beitrag Verpasste Anrufe kosten KMU Tausende pro Jahr.
Rufumleitung bei Swisscom einrichten
Swisscom ist mit rund 60 Prozent Marktanteil im Festnetz der grösste Telefonanbieter der Schweiz. Die Rufumleitung lässt sich auf zwei Wegen einrichten: per GSM-Code direkt am Telefon oder über die My Swisscom App.
Methode 1: GSM-Codes (am schnellsten)
Öffnen Sie die Telefon-App auf Ihrem Handy und geben Sie die entsprechende Tastenkombination ein. Ersetzen Sie "Nummer" durch Ihre fonea-Nummer (die Sie im fonea-Dashboard finden). Die Codes funktionieren auf jedem Gerät gleich, egal ob iPhone (iOS) oder Android-Smartphone von Samsung und Co. Eine gerätespezifische Schritt-für-Schritt-Anleitung finden Sie im Beitrag Rufumleitung auf iPhone und Android einrichten.
| Umleitung | Aktivieren | Deaktivieren | Status prüfen |
|---|---|---|---|
| Sofort (alle Anrufe) | *21*Nummer# | #21# | *#21# |
| Bei Nichtannahme | *61*Nummer# | #61# | *#61# |
| Bei Nichterreichbarkeit (Gerät aus, kein Empfang) | *62*Nummer# | #62# | *#62# |
| Bei Besetzt | *67*Nummer# | #67# | *#67# |
Nach der Eingabe hören Sie einen Bestätigungston oder sehen eine Meldung auf dem Display. Die Weiterleitung ist sofort aktiv. Swisscom bezeichnet diese Dienste in der eigenen Hilfe auch als "Service 21" (sofortige Umleitung), "Service 61" (bei Nichtannahme) und "Service 67" (bei Besetzt).
Zwei nützliche Zusatzcodes: ##002# löscht sämtliche Umleitungen auf einen Schlag, der Notausgang, wenn Sie den Überblick verloren haben. ##004# löscht nur die drei bedingten Umleitungen (Nichtannahme, Nichterreichbarkeit, Besetzt) und lässt eine allfällige sofortige Umleitung bestehen.
Bei der Umleitung bei Nichtannahme können Sie zudem festlegen, wie lange Ihr Telefon klingelt, bevor die Weiterleitung greift: **61*Nummer**Sekunden#, also zum Beispiel **61*Nummer**25# für 25 Sekunden Klingelzeit. Gültig sind 5 bis 30 Sekunden in 5er-Schritten (5, 10, 15, 20, 25, 30). Mehr als 30 Sekunden lässt der GSM-Standard nicht zu, danach übernimmt zwingend das Weiterleitungsziel.
Methode 2: My Swisscom App
Öffnen Sie die My Swisscom App und wählen Sie unter "deine Produkte" Ihre Rufnummer aus. Bei der Mobile-Nummer finden Sie dort die Anrufeinstellungen inklusive Umleitungen und den Menüpunkt "COMBOX"; die Anrufeinstellungen sind im Browser auch direkt über cockpit.swisscom.ch/callsettings erreichbar. Beim Festnetz sehen Sie aktive Weiterleitungen in My Swisscom unter "Festnetz" → "Weiterleitungen". Der Vorteil der App: Sie schalten die Weiterleitung bequem ein und aus, ohne sich GSM-Codes merken zu müssen. Fürs Festnetz dokumentiert Swisscom dieselben Codes mit einer fixen Wartezeit von 25 Sekunden bei der Umleitung bei Nichtannahme.
Kosten bei Swisscom: Bei den gängigen Flatrate-Abos (inOne, blue) sind Anrufe auf Schweizer Nummern in der Pauschale enthalten. Die Weiterleitung auf eine fonea-Nummer (Schweizer Nummer) verursacht daher keine zusätzlichen Kosten. Bei älteren Abos mit Minutentarif zählt die Weiterleitung als ausgehender Anruf. Prüfen Sie im Zweifelsfall Ihre Tarifdetails.
Detaillierte Swisscom-Anleitung mit Screenshots: Rufweiterleitung bei Swisscom einrichten.
Rufumleitung bei Sunrise einrichten
Sunrise ist der zweitgrösste Mobilfunkanbieter der Schweiz. Die Einrichtung funktioniert analog zu Swisscom, da alle Schweizer Anbieter dieselben GSM-Standards verwenden.
Methode 1: GSM-Codes
Die GSM-Codes sind identisch:
| Umleitung | Aktivieren | Deaktivieren | Status prüfen |
|---|---|---|---|
| Sofort (alle Anrufe) | *21*Nummer# | #21# | *#21# |
| Bei Nichtannahme (25 Sek.) | *61*Nummer# | #61# | *#61# |
| Bei Nichterreichbarkeit | *62*Nummer# | #62# | *#62# |
| Bei Besetzt | *67*Nummer# | #67# | *#67# |
Sunrise dokumentiert für die Umleitung bei Nichtannahme eine Standard-Wartezeit von 25 Sekunden. Anpassen können Sie sie mit dem Verzögerungscode **61*Nummer**Sekunden#; Sunrise nennt als gültige Werte 5, 10, 15, 20, 25 und 30 Sekunden. Zwei Sunrise-Eigenheiten sind wissenswert: Die eigene Mailbox schalten Sie mit *145# ein und mit #145# aus. Und die sofortige Umleitung aller Anrufe ist gemäss Sunrise-Support bei Sunrise Prepaid nicht verfügbar, die bedingten Umleitungen funktionieren auch dort.
Methode 2: My Sunrise App
Öffnen Sie die My Sunrise App und navigieren Sie zu den Einstellungen Ihres Abonnements. Unter "Anrufe" oder "Rufumleitung" können Sie die Zielnummer hinterlegen und die Variante auswählen.
Für Geschäftskunden: Sunrise Business Dashboard
Wenn Sie einen Sunrise Business Tarif nutzen, haben Sie Zugang zum Business Dashboard. Dort verwalten Sie Rufumleitungen für mehrere Nummern und Mitarbeitende zentral. Das ist besonders praktisch für KMU mit mehreren Telefonleitungen. Sie können pro Mitarbeiter individuelle Weiterleitungsregeln definieren.
Kosten bei Sunrise: Wie bei Swisscom sind Weiterleitungen auf Schweizer Nummern bei den meisten Flatrate-Abos kostenfrei enthalten. Bei älteren Tarifen können Kosten anfallen.
Detaillierte Sunrise-Anleitung mit Screenshots: Rufweiterleitung bei Sunrise einrichten.
Rufumleitung bei Salt einrichten
Salt bietet als dritter Schweizer Netzbetreiber dieselben Weiterleitungsfunktionen.
Methode 1: GSM-Codes
Die Codes sind identisch zu Swisscom und Sunrise:
| Umleitung | Aktivieren | Deaktivieren | Status prüfen |
|---|---|---|---|
| Sofort (alle Anrufe) | *21*Nummer# | #21# | *#21# |
| Bei Nichtannahme | *61*Nummer# | #61# | *#61# |
| Bei Nichterreichbarkeit | *62*Nummer# | #62# | *#62# |
| Bei Besetzt | *67*Nummer# | #67# | *#67# |
Auch der Verzögerungscode **61*Nummer**Sekunden# (5 bis 30 Sekunden in 5er-Schritten) funktioniert bei Salt, er ist Teil des GSM-Standards. Wer die Voicemail vorübergehend loswerden will, findet bei Salt zwei dokumentierte Wege: ##002# löscht alle Umleitungen, ##004# nur die bedingten; mit **004*086eigeneNummer# stellen Sie die Standard-Umleitungen zur Voicemail in einem Schritt wieder her.
Eine Eigenheit betrifft das Festnetz: Bei Salt Home gilt für die Umleitung bei Besetzt der Code *69*Nummer# (Deaktivieren: #69#) statt des mobilen *67*. Die sofortige Umleitung funktioniert auch dort mit *21*Nummer#. Salt weist zudem darauf hin, dass Umleitungen auf ausländische Nummern sowie auf Spezial- und Notrufnummern am Festnetz nicht möglich sind.
Methode 2: My Salt App
Die My Salt App bietet unter "Mein Abo" die Möglichkeit, Rufumleitungen zu aktivieren und zu verwalten. Zielnummer eingeben, Variante wählen, speichern. Die Änderung wird innerhalb weniger Sekunden wirksam.
Kosten bei Salt: Salt Flatrate-Abos (Swiss und Europe) beinhalten Anrufe auf Schweizer Nummern. Die Weiterleitung verursacht keine Zusatzkosten. Bei Prepaid-Tarifen wird die Weiterleitung wie ein normaler Anruf abgerechnet.
Detaillierte Salt-Anleitung mit Screenshots: Rufweiterleitung bei Salt einrichten.
Gelten die Codes auch bei Wingo, yallo, Coop Mobile und M-Budget?
Ja. Die GSM-Codes sind netzbasiert, nicht markenbasiert. Wer bei einer Zweitmarke oder einem virtuellen Anbieter ist, telefoniert im Netz eines der drei Betreiber, und dort gelten dieselben Codes. Was sich unterscheidet, sind die Apps, Portale und Voicemail-Details:
| Marke | Netz | Besonderheiten |
|---|---|---|
| Wingo | Swisscom | COMBOX© wie bei Swisscom, Verwaltung im Wingo-Cockpit |
| Coop Mobile | Swisscom | Combox inklusive, Verwaltung im Portal "Mein Konto" |
| M-Budget Mobile | Swisscom | Umleitungen in "Mein Konto" unter "Anrufe, Umleitungen und COMBOX" |
| yallo | Sunrise | Mailbox per SMS an die 255 ein- und ausschaltbar |
| Lebara, swype | Sunrise | Sunrise-Voicemail-System, Verwaltung per App |
| GoMo | Salt | Salt-Voicemail-Logik, Verwaltung im GoMo-Konto |
Für die Anbindung eines KI-Telefonassistenten heisst das: Sie müssen den Anbieter nicht wechseln. *61*fonea-Nummer# funktioniert bei Wingo genauso wie bei Swisscom, bei yallo genauso wie bei Sunrise. Einzig bei Prepaid-Angeboten lohnt ein Blick in die Tarifdetails, weil die Weiterleitung dort als abgehender Anruf vom Guthaben abgebucht wird und einzelne Anbieter die sofortige Umleitung für Prepaid sperren.
Die Voicemail-Details der Zweitmarken (Kurzwahlen, SMS-Befehle, Visual Voicemail) haben wir im Beitrag Voicemail bei Sunrise, Salt, Wingo und yallo zusammengetragen.
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Richten Sie die Rufumleitung in wenigen Minuten ein und lassen Sie den Schweizer KI-Telefonassistenten jeden Anruf entgegennehmen.
Wie spielen Rufumleitung und Combox zusammen?
Das ist der Punkt, an dem die meisten Einrichtungen scheitern, und er wird selten sauber erklärt. Die Combox (bei Sunrise und Salt: Voicemail) ist technisch nichts anderes als eine vorkonfigurierte Rufumleitung: Ihr Anbieter hat ab Werk die bedingten Umleitungen (Nichtannahme, Besetzt, Nichterreichbarkeit) auf die 086-Nummer Ihres Sprachspeichers gesetzt. Ihre neue Umleitung und die Combox nutzen also denselben Mechanismus, und je nach Variante verdrängen sie sich oder geraten in ein Wettrennen.
Szenario 1: Sofortige Umleitung (`*21*`). Hier gibt es keinen Konflikt. Die unbedingte Umleitung greift, bevor Ihr Telefon überhaupt klingelt, die bedingten Umleitungen zur Combox kommen nie zum Zug. Solange *21* aktiv ist, landet kein Anruf mehr auf der Combox.
Szenario 2: Umleitung bei Nichtannahme (`*61*`). Wenn Sie *61*Nummer# setzen, überschreiben Sie die bisherige Nichtannahme-Umleitung zur Combox, es kann pro Bedingung nur ein Ziel geben. Tückisch wird es, wenn die neue Umleitung nicht sauber gespeichert wurde oder eine App sie später wieder auf die Combox zurücksetzt. Prüfen Sie deshalb nach der Einrichtung mit *#61#, welche Zielnummer tatsächlich hinterlegt ist. Steht dort eine Nummer mit 086, gewinnt weiterhin die Combox.
Szenario 3: Besetzt und Nichterreichbarkeit. Auch diese beiden Bedingungen zeigen ab Werk auf die Combox. Wer nur *61* umbiegt, schickt Anrufer bei besetzter Leitung oder ausgeschaltetem Gerät weiterhin auf den Sprachspeicher. Für eine vollständige Übergabe an einen KI-Assistenten setzen Sie alle drei bedingten Umleitungen: *61*Nummer#, *67*Nummer# und *62*Nummer#.
Daraus ergibt sich eine einfache Faustregel: Entweder Sie deaktivieren die Combox ganz (wie das geht, zeigt Combox deaktivieren), oder Sie überschreiben alle drei bedingten Umleitungen mit Ihrem neuen Ziel und kontrollieren das Ergebnis mit den Statuscodes *#61#, *#67# und *#62#. Halbe Lösungen führen zu dem frustrierenden Muster, dass die Weiterleitung "nur manchmal" funktioniert.
Rufumleitung bei VoIP-Anbietern und Telefonanlagen
Nicht alle Schweizer Unternehmen telefonieren über Swisscom, Sunrise oder Salt. Gerade Unternehmen mit mehreren Standorten oder Home-Office-Strukturen nutzen VoIP-Anbieter wie Sipcall, VTX oder Telefonanlagen wie 3CX. Die Rufumleitung funktioniert hier anders, bietet aber oft sogar mehr Flexibilität.
Sipcall (Schweizer VoIP-Anbieter)
Sipcall ist einer der bekanntesten Schweizer VoIP-Anbieter. Die Rufumleitung konfigurieren Sie im Sipcall Webportal unter "Nummernverwaltung". Dort hinterlegen Sie die fonea-Nummer als Weiterleitungsziel. Sipcall unterstützt zeitbasierte Regeln: Sie können die Weiterleitung automatisch aktivieren (z.B. ab 18 Uhr) und morgens wieder deaktivieren. Das ist ideal für Unternehmen, die tagsüber selbst telefonieren und abends den KI-Assistenten einsetzen.
VTX
VTX bietet ähnliche Funktionen über das Kundencenter. Die Rufumleitung wird pro Nummer konfiguriert. Auch hier sind zeitbasierte Regeln möglich.
3CX und andere PBX-Systeme
Wenn Ihr Unternehmen eine Telefonanlage betreibt (3CX, Asterisk, FreePBX), konfigurieren Sie die Rufumleitung direkt in der PBX. Typische Einstellungen: Erstellen Sie eine Weiterleitungsregel für die gewünschte Nebenstelle. Setzen Sie die fonea-Nummer als externes Weiterleitungsziel. Definieren Sie die Bedingung (sofort, nach X Sekunden, bei besetzt). Speichern Sie die Konfiguration. Falls Sie unsicher sind, kann Ihr IT-Dienstleister die Weiterleitung in wenigen Minuten einrichten.
SIP-Trunk-Weiterleitung
Einige grössere KMU nutzen SIP-Trunks für ihre Telefonie. Die Weiterleitung erfolgt hier über die Trunk-Konfiguration beim Provider oder in der eigenen PBX. Der Vorteil: Sie können sehr granulare Regeln definieren, etwa nach Tageszeit, Anrufaufkommen oder verfügbaren Mitarbeitenden.
Welche häufigen Probleme treten auf und wie lösen Sie sie?
In der Praxis funktioniert die Rufumleitung bei den meisten Unternehmen auf Anhieb. Aber es gibt einige Punkte, die gelegentlich Fragen aufwerfen.
Problem: "Mein Anruf wird nicht weitergeleitet." Prüfen Sie, ob der GSM-Code korrekt eingegeben wurde. Die fonea-Nummer muss im internationalen Format eingegeben werden (+41 ohne die führende 0). Bei einigen Geräten muss nach der Eingabe des Codes die Anruftaste gedrückt werden. Testen Sie, indem Sie von einem zweiten Telefon aus anrufen.
Problem: "Die Weiterleitung funktioniert nur manchmal." Wenn Sie die Variante "bei Nichtannahme" gewählt haben, prüfen Sie die Anzahl der Klingeltöne. Häufigste Ursache: Der Anrufbeantworter des Anbieters (bei Swisscom die Combox) greift vor der Netzweiterleitung, weil er auf eine kürzere Wartezeit eingestellt ist. Deaktivieren Sie den Anrufbeantworter oder verlängern Sie dessen Wartezeit, damit Ihre Umleitung zuerst greift. Wie das geht, zeigt der Beitrag Combox deaktivieren: Anleitung für Swisscom-Kunden.
Problem: "Meine Kunden hören, dass sie weitergeleitet werden." Bei den meisten Anbietern und Tarifen hört der Anrufer kein Weiterleitungssignal. Er hört normales Klingeln, dann nimmt der Assistent ab. Falls doch ein kurzer Ton zu hören ist, liegt das an der Netzkonfiguration. Es beeinträchtigt die Gesprächsqualität nicht.
Problem: "Ich möchte die Weiterleitung nur ausserhalb der Geschäftszeiten aktiv haben." Es gibt zwei Wege. Manuell: Sie aktivieren die Weiterleitung abends per GSM-Code oder App und deaktivieren sie morgens. Das dauert jeweils wenige Sekunden. Automatisch: Bei VoIP-Anbietern und Telefonanlagen können Sie zeitbasierte Regeln hinterlegen. Bei Mobilfunkanbietern gibt es Automatisierungs-Apps, die das übernehmen.
Problem: "Ich nutze eine Doppel-SIM mit privater und geschäftlicher Nummer." Die Rufumleitung gilt pro SIM-Karte. Sie können die Weiterleitung für Ihre Geschäftsnummer aktivieren und Ihre private Nummer unverändert lassen. Prüfen Sie in den Telefoneinstellungen Ihres Geräts, für welche SIM Sie den GSM-Code eingeben.
Wenn Sie den gesamten Einrichtungsprozess von Anfang an nachvollziehen möchten, empfehlen wir den Beitrag KI-Telefonassistent einrichten: Anleitung in 7 Schritten. Und falls Kosten ein Thema sind: Was kostet ein KI-Telefonassistent in der Schweiz?
Key Takeaways
- Kein Nummernwechsel nötig. Sie behalten Ihre bestehende Geschäftsnummer. Kunden merken keinen Unterschied. Der Anruf wird im Hintergrund an den KI-Assistenten weitergeleitet.
- GSM-Codes funktionieren bei allen drei Anbietern gleich.
*21*Nummer#(sofort),*61*Nummer#(bei Nichtannahme),*62*Nummer#(nicht erreichbar),*67*Nummer#(bei besetzt).##002#löscht alles,*#61#und Co. zeigen den Status. Eintippen, Anruftaste drücken, fertig. - Die Combox ist Ihr stiller Konkurrent. Sie belegt ab Werk alle drei bedingten Umleitungen. Überschreiben Sie Nichtannahme, Besetzt und Nichterreichbarkeit oder schalten Sie die Combox ab, sonst funktioniert die Weiterleitung nur manchmal.
- Die beste Kombination für KMU: Nichtannahme + Besetzt. Sie nehmen ab, wenn Sie können. Alles andere fängt der Assistent auf. Kein Besetztzeichen, keine Mailbox, kein verpasster Anruf.
- Zweitmarken erben die Codes ihres Netzes. Wingo, Coop Mobile und M-Budget laufen im Swisscom-Netz, yallo, Lebara und swype bei Sunrise, GoMo bei Salt. Die GSM-Codes gelten überall gleich.
- Bei Flatrate-Abos entstehen keine Zusatzkosten. Die Weiterleitung auf eine Schweizer Nummer ist bei Swisscom inOne, Sunrise und Salt Flatrate-Tarifen in der Pauschale enthalten.
- VoIP-Anbieter bieten mehr Flexibilität. Zeitbasierte Regeln, automatische Aktivierung nach Geschäftsschluss, Konfiguration pro Nebenstelle. Ideal für grössere KMU.
- Einrichtungszeit: 2 bis 5 Minuten. Die Rufumleitung ist der schnellste Schritt der gesamten KI-Assistenten-Einrichtung.
Häufig gestellte Fragen
Funktioniert die Rufumleitung auch mit Festnetzanschlüssen?
Ja. Auch für Ihre Festnetznummer gelten dieselben Codes. Bei IP-basierten Festnetzanschlüssen (was heute der Standard ist) konfigurieren Sie die Weiterleitung über das Kundenportal oder den Router. Die fonea-Dokumentation enthält spezifische Anleitungen für Festnetz.
Kann ich Anrufe auch ins Ausland umleiten?
Technisch ja. Geben Sie die Zielnummer im internationalen Format ein (z.B. +49 für Deutschland). Beachten Sie aber die Gesprächskosten: Umleitungen auf ausländische Nummern sind in Schweizer Flatrate-Abos meist nicht enthalten und werden pro Minute verrechnet. Befinden Sie sich selbst im Ausland, können zusätzlich Roaming-Gebühren anfallen. Für die Weiterleitung an einen KI-Telefonassistenten spielt das keine Rolle: Die fonea-Nummer ist eine Schweizer Nummer, die Umleitung bleibt also im Inland.
Entstehen Kosten für die Rufumleitung?
Bei den gängigen Flatrate-Abos von Swisscom, Sunrise und Salt entstehen keine Zusatzkosten, da Anrufe auf Schweizer Nummern in der Pauschale enthalten sind. Bei älteren Minutentarifen oder Prepaid-Karten wird die Weiterleitung wie ein normaler ausgehender Anruf berechnet. Prüfen Sie im Zweifelsfall Ihren Tarif.
Kann ich die Rufumleitung schnell ein- und ausschalten?
Ja. Per GSM-Code dauert das wenige Sekunden. #21# deaktiviert die sofortige Weiterleitung, #61# die Weiterleitung bei Nichtannahme, #67# die Weiterleitung bei Besetzt. Alternativ nutzen Sie die App Ihres Anbieters, wo die Umleitung per Schalter aktiviert und deaktiviert werden kann.
Was passiert mit meiner Nummer, wenn ich fonea nicht mehr nutze?
Ihre Nummer gehört Ihnen und bleibt unverändert. fonea hat keinen Zugriff auf Ihre Telefonnummer. Wenn Sie die Weiterleitung deaktivieren, klingelt Ihr Telefon wieder wie zuvor. Es gibt keine Vertragsbindung und keine technische Abhängigkeit.
Kann ich die Rufumleitung für mehrere Nummern gleichzeitig einrichten?
Ja. Jede Nummer wird einzeln konfiguriert. Wenn Sie beispielsweise eine Hauptnummer und eine Mobilnummer haben, richten Sie die Weiterleitung für jede Nummer separat ein. Bei Telefonanlagen (3CX, etc.) können Sie die Weiterleitung zentral für alle Nebenstellen konfigurieren.
Warum landet der Anruf trotz Rufumleitung auf der Combox?
Weil die Combox selbst eine Umleitung ist und pro Bedingung nur ein Ziel gespeichert sein kann. Entweder wurde Ihre Umleitung nicht korrekt gespeichert, oder nur die Nichtannahme-Bedingung wurde geändert, während Besetzt und Nichterreichbarkeit weiter auf die Combox zeigen. Prüfen Sie mit *#61#, *#67# und *#62#, welche Ziele hinterlegt sind; steht dort eine 086-Nummer, greift noch die Combox. Setzen Sie die betroffene Umleitung neu oder deaktivieren Sie die Combox.
Wie lange klingelt mein Telefon, bevor die Umleitung greift?
Standardmässig rund 20 bis 25 Sekunden; Sunrise dokumentiert 25 Sekunden. Mit dem Code **61*Nummer**Sekunden# legen Sie die Wartezeit selbst fest, gültig sind 5 bis 30 Sekunden in 5er-Schritten. Mehr als 30 Sekunden sind im GSM-Standard nicht vorgesehen. Wer schneller übergeben will, etwa damit Anrufer nicht lange warten, setzt 10 oder 15 Sekunden.
Funktioniert die Rufumleitung auch mit Prepaid?
Grundsätzlich ja, mit zwei Einschränkungen. Erstens wird die Weiterleitung bei Prepaid als abgehender Anruf vom Guthaben abgebucht; ohne Guthaben scheitert die Umleitung. Zweitens schränken einzelne Anbieter den Funktionsumfang ein: Sunrise etwa bietet die sofortige Umleitung aller Anrufe bei Prepaid nicht an, die bedingten Umleitungen funktionieren hingegen. Für eine Geschäftsnummer mit dauerhafter Weiterleitung ist ein Abo mit Flatrate die verlässlichere Basis.
Verwandte Begriffe im Glossar
Quellen
- BAKOM, Fernmeldestatistik Schweiz (2025): bakom.admin.ch
- Swisscom, Hilfe: Mit Rufumleitung das Telefon umleiten (2026): swisscom.ch
- Swisscom, Hilfe: COMBOX® einrichten, deaktivieren & Nachrichten (2026): swisscom.ch
- Sunrise, Support: Call settings mobile (2026): sunrise.ch
- Sunrise, Support: Sunrise mailbox (2026): sunrise.ch
- Salt, Hilfe: Voicemail (2026): salt.ch
- Salt, Hilfe: Salt Home Telephony (2026): salt.ch
- Coop Mobile, Hilfe: COMBOX® (2026): coopmobile.ch
- Migros (M-Budget Mobile), Hilfe: Combox abhören (2026): shop.m-budget.migros.ch
- ETSI, GSM-Supplementary-Services-Standard TS 122 004 (2024): etsi.org
- Sipcall, VoIP-Dokumentation Rufumleitung (2025): sipcall.ch
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