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Rufumleitung auf dem iPhone und Android einrichten (Schweiz)

Semir JahicSemir Jahic··9 Min. Lesezeit
Smartphone mit geöffneten Einstellungen zur Rufweiterleitung auf dem iPhone

Sie sind beim Kunden, in den Ferien oder schlicht nicht am Platz, und das Telefon klingelt woanders. Die Rufumleitung ist die einfachste Antwort darauf: Anrufe auf Ihrer Nummer landen automatisch dort, wo sie beantwortet werden können. Auf dem Handy ist die Funktion in jedem Gerät eingebaut, nur versteckt sie sich je nach System an unterschiedlichen Orten, und auf dem iPhone gibt es bei Schweizer Anbietern eine Eigenheit, die viele zur Verzweiflung treibt.

Dieser Beitrag zeigt alle drei Wege: die Einstellungen auf dem iPhone, die Einstellungen auf Android, und die GSM-Codes, die auf jedem Gerät und bei jedem Schweizer Anbieter funktionieren. Dazu die Sonderfälle Dual-SIM und eSIM, und die Frage, die am Schluss wichtiger ist als die Technik: Wohin soll eigentlich umgeleitet werden?

Kurz und bündig: Auf dem iPhone richten Sie die Rufumleitung unter Einstellungen → Telefon → Rufweiterleitung ein, auf Android in der Telefon-App unter Einstellungen → Anrufe → Rufweiterleitung. Die Einstellungen decken aber meist nur die sofortige Umleitung ab. Für bedingte Umleitungen (bei Nichtannahme oder Besetzt) nutzen Sie die GSM-Codes: *21*Nummer# leitet sofort um, *61*Nummer# bei Nichtannahme, *67*Nummer# bei Besetzt. ##002# schaltet alles wieder ab. Die Codes funktionieren bei Swisscom, Sunrise und Salt identisch.

Wie richte ich die Rufumleitung auf dem iPhone ein?

Apple hat die Rufumleitung tief in den Einstellungen versteckt, nicht in der Telefon-App, wo man sie vermuten würde:

1. Öffnen Sie Einstellungen. 2. Tippen Sie auf Telefon (bei neueren iOS-Versionen unter Einstellungen → Apps → Telefon). 3. Tippen Sie auf Rufweiterleitung. 4. Aktivieren Sie den Schalter und geben Sie unter Weiterleiten an die Zielnummer ein.

Solange die Weiterleitung aktiv ist, zeigt das iPhone oben in der Statusleiste bzw. im Kontrollzentrum ein kleines Hörer-Symbol mit Pfeil an. Zum Deaktivieren schieben Sie den Schalter einfach wieder auf aus.

Die Eigenheit bei Schweizer Anbietern: Der Menüpunkt steuert nur die sofortige Rufweiterleitung, also "alle Anrufe umleiten". Eine Umleitung nur bei Nichtannahme oder Besetzt lässt sich auf dem iPhone nicht über die Einstellungen konfigurieren. Dazu kommt: Je nach Anbieter und Netzkonfiguration fehlt der Menüpunkt ganz oder reagiert nicht zuverlässig, denn das iPhone muss die Einstellung mit dem Mobilfunknetz abgleichen, und nicht jede Konfiguration unterstützt das sauber. Falls Sie den Schalter nicht finden oder er nicht greift: Das ist kein Defekt. Nutzen Sie in diesem Fall die GSM-Codes weiter unten, die funktionieren auf dem iPhone immer, weil sie direkt ans Netz gesendet werden.

Wie richte ich die Rufumleitung auf Android ein?

Android-Geräte verstecken die Funktion in der Telefon-App statt in den Systemeinstellungen. Der Weg variiert leicht je nach Hersteller, das Muster ist aber überall dasselbe:

1. Öffnen Sie die Telefon-App. 2. Tippen Sie auf das Dreipunkt-Menü (oben rechts) und dann auf Einstellungen. 3. Wählen Sie Anrufe bzw. Anrufkonten und dort Ihre SIM-Karte. 4. Tippen Sie auf Rufweiterleitung (je nach Gerät auch "Anrufweiterleitung" oder unter "Zusatzdienste"). 5. Wählen Sie die gewünschte Bedingung und geben Sie die Zielnummer ein.

Der grosse Vorteil gegenüber dem iPhone: Android zeigt in der Regel alle vier Bedingungen einzeln an und liest dabei den aktuellen Stand direkt aus dem Netz aus:

  • Immer weiterleiten — jeder Anruf geht sofort an die Zielnummer, Ihr Gerät klingelt nicht.
  • Weiterleiten, wenn besetzt — greift, wenn Sie gerade telefonieren.
  • Weiterleiten, wenn keine Antwort — greift, wenn Sie nach mehrmaligem Klingeln nicht abnehmen.
  • Weiterleiten, wenn nicht erreichbar — greift bei ausgeschaltetem Gerät, Flugmodus oder fehlendem Empfang.

Bei Samsung-Geräten heisst der Pfad typischerweise Telefon-App → Einstellungen → Zusatzdienste → Rufumleitung, bei Google Pixel Telefon-App → Einstellungen → Anrufe → Anrufweiterleitung. Wenn Sie den Punkt nicht finden, hilft die Suchfunktion in den Einstellungen mit dem Stichwort "Weiterleitung", oder Sie greifen zu den GSM-Codes.

Welche GSM-Codes funktionieren auf jedem Gerät?

Die GSM-Codes sind die Universalmethode: Sie funktionieren auf iPhone und Android gleichermassen, bei Swisscom, Sunrise und Salt, und sie umgehen jede Menüführung. Die Codes sind Teil des internationalen Mobilfunkstandards und werden direkt vom Netz verarbeitet. Öffnen Sie die Telefon-App, tippen Sie den Code ein und drücken Sie die Anruftaste. "Nummer" ersetzen Sie durch die Zielnummer, idealerweise im internationalen Format (+41, ohne führende 0).

Aktivieren:

  • *21*Nummer# — sofortige Weiterleitung: alle Anrufe gehen direkt an die Zielnummer.
  • *61*Nummer# — Weiterleitung bei Nichtannahme: greift, wenn Sie nach rund 20 Sekunden nicht abnehmen.
  • *62*Nummer# — Weiterleitung bei Nichterreichbarkeit: greift bei ausgeschaltetem Telefon oder fehlendem Empfang.
  • *67*Nummer# — Weiterleitung bei Besetzt: greift, wenn Sie gerade telefonieren.

Deaktivieren:

  • #21#, #61#, #62#, #67# — schalten die jeweilige Umleitung ab, die Zielnummer bleibt gespeichert.
  • ##002# — der Notausgang: löscht alle Umleitungen auf einen Schlag.

Status abfragen:

  • *#21#, *#61#, *#62#, *#67# — zeigen an, ob die jeweilige Umleitung aktiv ist und wohin sie führt.

Bei der Umleitung bei Nichtannahme lässt sich die Wartezeit anpassen: *61*Nummer**30# setzt sie auf 30 Sekunden (möglich sind 5 bis 30 Sekunden in 5er-Schritten). Das ist nützlich, wenn Ihnen die Standardzeit zu kurz ist, um das Telefon aus der Tasche zu holen.

Für die meisten KMU hat sich die Kombination aus Nichtannahme und Besetzt bewährt: Sie nehmen ab, wenn Sie können, alles andere wird aufgefangen, und kein Anrufer hört je ein Besetztzeichen. Die anbieterspezifischen Details, App-Wege und Kostenfragen behandelt der Beitrag Rufumleitung einrichten: Swisscom, Sunrise, Salt im Detail.

Was gilt bei Dual-SIM und eSIM?

Dual-SIM: Die Rufumleitung ist eine Eigenschaft der Nummer, nicht des Geräts. Bei zwei SIMs (etwa privat und geschäftlich) wird jede Nummer separat konfiguriert, und die Umleitung der einen lässt die andere unberührt. Entscheidend ist, über welche Leitung der GSM-Code gesendet wird:

  • iPhone: Wählen Sie vor dem Absenden des Codes in der Telefon-App die richtige Leitung aus (Anzeige oberhalb des Nummernfelds). In den Einstellungen unter Rufweiterleitung lässt sich die Leitung ebenfalls pro SIM auswählen.
  • Android: Beim Absenden eines Codes fragt das Gerät, über welche SIM gewählt werden soll, oder es verwendet die als Standard für Anrufe definierte SIM. In den Anrufeinstellungen wählen Sie die SIM aus, bevor Sie die Weiterleitung konfigurieren.

Ein typisches Setup: Die Geschäftsnummer leitet bei Nichtannahme an einen Assistenten weiter, die private Nummer bleibt ohne Umleitung. So bleibt Feierabend Feierabend, ohne dass geschäftliche Anrufe verloren gehen.

eSIM: Für die Rufumleitung verhält sich eine eSIM exakt wie eine physische SIM. Dieselben Codes, dieselben Menüs, dieselben Bedingungen. Einzig beim Gerätewechsel lohnt ein Blick: Die Umleitung ist im Netz Ihres Anbieters gespeichert, nicht auf der SIM oder dem Gerät, und bleibt daher auch nach einem eSIM-Transfer auf ein neues Telefon aktiv.

Wohin soll ich umleiten?

Die Technik ist in zwei Minuten erledigt. Die eigentliche Entscheidung ist das Ziel, denn die Umleitung ist nur so gut wie das, was am anderen Ende abnimmt.

An eine andere Mobilnummer. Der Klassiker: Während der Ferien übernimmt die Geschäftspartnerin, während des Termins der Kollege. Funktioniert gut für überschaubare Zeiträume, setzt aber voraus, dass die andere Person tatsächlich erreichbar ist und die Anliegen Ihrer Anrufer beantworten kann.

Ans Festnetz. Sinnvoll, wenn im Büro oder Sekretariat verlässlich jemand sitzt. Umgekehrt funktioniert es genauso: Viele KMU leiten ihre Festnetz-Geschäftsnummer aufs Handy um, damit sie unterwegs erreichbar bleiben. Die Grenze zeigt sich abends und am Wochenende, wenn am Festnetz niemand mehr abnimmt und der Anruf doch wieder ins Leere läuft.

An die Combox. Die Standardeinstellung jedes Schweizer Abos, und für viele genau das Problem: Ein grosser Teil der Anrufer legt bei der Bandansage auf, ohne eine Nachricht zu hinterlassen. Sie wissen dann weder, wer angerufen hat, noch worum es ging. Warum das gerade für KMU teuer wird, zeigt der Beitrag Verpasste Anrufe kosten KMU Tausende pro Jahr.

An einen KI-Telefonassistenten. Die Variante, bei der tatsächlich jemand abnimmt, rund um die Uhr. Ein KI-Assistent begrüsst Anrufer mit Ihrem Firmennamen, beantwortet häufige Fragen, nimmt strukturierte Nachrichten mit Name und Rückrufnummer auf und vereinbart auf Wunsch direkt Termine. Technisch ist es dieselbe Rufumleitung wie zu jeder anderen Nummer: *61*fonea-Nummer#, fertig. Den direkten Vergleich mit der klassischen Voicemail finden Sie im Beitrag Combox-Alternative: KI-Assistent statt Voicemail.

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Key Takeaways

  • iPhone: Einstellungen → Telefon → Rufweiterleitung, aber nur für die sofortige Umleitung. Bedingte Umleitungen (Nichtannahme, Besetzt) gehen auf dem iPhone nur per GSM-Code.
  • Android: Telefon-App → Einstellungen → Anrufe → Rufweiterleitung, mit allen vier Bedingungen einzeln konfigurierbar.
  • GSM-Codes sind die Universalmethode: *21*Nummer# (sofort), *61*Nummer# (Nichtannahme), *62*Nummer# (nicht erreichbar), *67*Nummer# (besetzt). Sie funktionieren auf jedem Gerät und bei jedem Schweizer Anbieter.
  • `##002#` setzt alles zurück. Wenn Sie den Überblick verloren haben, löscht dieser Code sämtliche Umleitungen.
  • Dual-SIM: pro Nummer konfigurieren. Achten Sie darauf, über welche SIM der Code gesendet wird. eSIM verhält sich identisch zur physischen SIM.
  • Das Ziel entscheidet über den Nutzen. Eine Umleitung an eine Nummer, an der niemand abnimmt, verschiebt das Problem nur. Ein KI-Assistent nimmt jeden umgeleiteten Anruf wirklich entgegen.

Häufig gestellte Fragen

Warum finde ich die Rufweiterleitung auf meinem iPhone nicht?

Bei neueren iOS-Versionen liegt der Menüpunkt unter Einstellungen → Apps → Telefon → Rufweiterleitung. Fehlt er dort oder lässt er sich nicht aktivieren, unterstützt Ihre Anbieter- oder Netzkonfiguration die Steuerung über das Menü nicht zuverlässig. Nutzen Sie in dem Fall die GSM-Codes: *21*Nummer# in der Telefon-App eintippen und die Anruftaste drücken. Das funktioniert immer.

Kostet die Rufumleitung etwas?

Das weitergeleitete Gespräch zählt bei Ihrem Anbieter wie ein ausgehender Anruf von Ihrer Nummer zur Zielnummer. Bei den gängigen Flatrate-Abos von Swisscom, Sunrise und Salt sind Anrufe auf Schweizer Nummern in der Pauschale enthalten, es entstehen also keine Zusatzkosten. Bei Prepaid-Tarifen oder alten Minutentarifen wird die Weiterleitung verrechnet. Vorsicht im Ausland: Dort können für umgeleitete Anrufe Roaming-Gebühren anfallen. Prüfen Sie im Zweifel Ihre Tarifdetails.

Klingelt mein Handy noch, wenn die Umleitung aktiv ist?

Bei der sofortigen Weiterleitung (*21*) nicht, der Anruf geht direkt an die Zielnummer. Bei den bedingten Varianten klingelt Ihr Handy ganz normal: Bei *61* greift die Umleitung erst, wenn Sie nicht abnehmen, bei *67* nur, wenn Sie besetzt sind.

Warum landet mein Anruf trotz Umleitung auf der Combox?

Die Combox ist selbst eine Umleitung bei Nichtannahme. Wenn deren Wartezeit kürzer eingestellt ist als gedacht oder Ihre neue Umleitung die alte nicht überschrieben hat, gewinnt die Combox das Rennen. Prüfen Sie mit *#61#, welche Zielnummer hinterlegt ist, und setzen Sie die Umleitung mit *61*Nummer# neu. Wie Sie die Combox ganz abschalten, zeigt der Beitrag Combox deaktivieren.

Funktioniert die Rufumleitung auch, wenn mein Handy ausgeschaltet ist?

Die sofortige Weiterleitung (*21*) und die Variante bei Nichterreichbarkeit (*62*) funktionieren auch bei ausgeschaltetem Gerät, weil sie im Netz Ihres Anbieters verarbeitet werden, nicht auf dem Telefon. Die Variante bei Nichtannahme (*61*) setzt voraus, dass Ihr Gerät erreichbar ist und klingeln kann; bei ausgeschaltetem Telefon springt stattdessen die Umleitung bei Nichterreichbarkeit ein, sofern eine konfiguriert ist.

Verwandte Begriffe im Glossar

Quellen

  • Apple, iPhone Benutzerhandbuch, Anrufe weiterleiten (2025): support.apple.com
  • Google, Telefon-App-Hilfe, Anrufweiterleitung (2025): support.google.com
  • Swisscom, Hilfe & Support Rufumleitung (2025): swisscom.ch
  • Sunrise, Hilfe & Support Anrufeinstellungen (2025): sunrise.ch
  • Salt, Dienste & Einstellungen Anrufweiterleitung (2025): salt.ch
  • ETSI, GSM-Supplementary-Services-Standard TS 122 004 (2024): etsi.org
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