Was ist Rufumleitung? Definition, Varianten und GSM-Codes
Rufumleitung (auch Anrufumleitung oder Call Forwarding) ist eine Funktion des Telefonnetzes, die eingehende Anrufe unter definierten Bedingungen an eine andere Nummer weiterleitet. Sie ist seit den 1980er-Jahren Teil des GSM-Standards und bei allen Schweizer Anbietern (Swisscom, Sunrise, Salt) identisch konfigurierbar. Für KMU ist sie der technische Schlüssel, um Telefonie-Dienste wie Sekretariatsservices oder KI-Telefonassistenten ohne Nummernwechsel einzubinden.
Kurz und bündig: Rufumleitung leitet eingehende Anrufe automatisch an eine andere Nummer weiter — entweder sofort, bei Nichtannahme oder bei Besetzt. Die Einrichtung erfolgt per GSM-Code oder Anbieter-App in wenigen Minuten und funktioniert bei allen Schweizer Anbietern (Swisscom, Sunrise, Salt) nach demselben Standard.
Was ist eine Rufumleitung genau?
Eine Rufumleitung ist ein Netzdienst, der in der Vermittlungsstelle des Telefonanbieters konfiguriert wird — nicht auf Ihrem Endgerät. Sobald ein Anruf Ihre Nummer erreicht und eine vorkonfigurierte Bedingung erfüllt ist, leitet das Netz den Anruf transparent an eine hinterlegte Zielnummer weiter. Der Anrufer merkt davon nichts: Er hört statt Ihrer Stimme die Begrüssung der Zielnummer.
Die Funktion ist Teil des weltweit gültigen GSM-Standards (GSM 02.04 und GSM 02.82) und deshalb über alle Mobilfunkanbieter hinweg einheitlich steuerbar — mit denselben GSM-Kurzwahlcodes. Bei Festnetzanschlüssen erfolgt die Einrichtung analog, entweder über das Kunden-Portal des Anbieters oder direkt am Telefon.
Welche drei Varianten der Rufumleitung gibt es?
Sofortige Rufumleitung (unbedingt): Jeder eingehende Anruf wird umgeleitet, ohne dass Ihr Telefon klingelt. GSM-Code: *21*Zielnummer# zum Aktivieren, #21# zum Deaktivieren. Einsatz: ganztägige Weiterleitung an einen Sekretariatsservice oder KI-Assistenten.
Rufumleitung bei Nichtannahme (bedingt): Ihr Telefon klingelt zuerst normal. Erst wenn Sie nach rund 15 bis 25 Sekunden nicht abnehmen, greift die Weiterleitung. GSM-Code: *61*Zielnummer# aktivieren, #61# deaktivieren. Diese Variante ist die beliebteste für KMU — Sie nehmen ab, wenn Sie können, alles andere fängt die Zielnummer auf.
Rufumleitung bei Besetzt: Wenn Sie gerade telefonieren und ein zweiter Anruf eingeht, wird dieser umgeleitet, statt ein Besetztzeichen zu hinterlassen. GSM-Code: *67*Zielnummer# aktivieren, #67# deaktivieren. Wertvoll für Einzelunternehmen und kleine Praxen mit nur einer Leitung.
Die drei Varianten lassen sich kombinieren. Der universelle Deaktivierungscode für alle bedingten Rufumleitungen lautet ##002#.
Wofür wird eine Rufumleitung heute genutzt?
Die klassische Anwendung ist die Weiterleitung an die Combox bei Nichtannahme — in den meisten Schweizer Mobilfunkabos ist diese ab Werk aktiviert. Der zweite Standardfall ist die Weiterleitung zwischen eigenen Geräten, etwa vom Festnetz aufs Mobiltelefon im Aussendienst.
Für KMU hat sich in den letzten Jahren eine dritte Anwendung etabliert: die Weiterleitung an externe Dienstleister. Dazu gehören Sekretariatsservices (Mitarbeitende nehmen im Namen Ihrer Firma ab), virtuelle Empfangskräfte und zunehmend KI-Telefonassistenten. Der Vorteil gegenüber einer Nummernportierung: Sie behalten Ihre bestehende Rufnummer, ihre Kundschaft wählt sie wie gewohnt, und Sie können die Weiterleitung jederzeit wieder abschalten.
Die Einrichtung erfolgt typischerweise einmalig bei der Aktivierung des Dienstes und benötigt weder einen Techniker noch einen Hardware-Wechsel.
Welche Kosten verursacht eine Rufumleitung?
Die Rufumleitung selbst ist bei allen Schweizer Anbietern kostenfrei — es gibt keine Aktivierungsgebühr und keinen Grundpreis. Kosten entstehen ausschliesslich durch die weitergeleiteten Verbindungen: Da Sie technisch einen ausgehenden Anruf auf die Zielnummer initiieren, zählt die Weiterleitung wie ein Gespräch aus Ihrem Abo.
Bei gängigen Flatrate-Produkten (Swisscom inOne, Sunrise, Salt Swiss) sind Gespräche auf alle Schweizer Nummern pauschal enthalten — eine Weiterleitung auf eine Schweizer Zielnummer ist also effektiv gratis. Bei älteren Abos mit Minutentarif oder Prepaid-Karten zählt die Weiterleitung wie ein normaler Anruf. Eine detaillierte Anleitung mit Preisbeispielen finden Sie in unserem Artikel Rufumleitung einrichten bei Swisscom, Sunrise und Salt.
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Key Takeaways
- Rufumleitung ist ein Netzdienst, der Anrufe nach definierten Bedingungen an eine andere Nummer weiterleitet — transparent für den Anrufer.
- Drei Varianten: sofort (
*21*), bei Nichtannahme (*61*), bei Besetzt (*67*). Kombinierbar und bei allen Schweizer Anbietern identisch. - Typische Einsätze: Combox-Weiterleitung, Weiterleitung zwischen eigenen Geräten, Anbindung externer Dienste wie KI-Telefonassistenten.
- Die Einrichtung ist kostenlos, laufende Kosten fallen nur auf die Minutengebühren des Abos — bei Flatrates auf Schweizer Nummern meist CHF 0.
- Kein Nummernwechsel nötig. Ihre bestehende Nummer bleibt erhalten, die Weiterleitung lässt sich jederzeit abschalten.
Häufig gestellte Fragen
Wie deaktiviere ich eine Rufumleitung?
Jede Variante hat einen eigenen Deaktivierungscode (#21#, #61#, #67#). Um alle bedingten Rufumleitungen auf einmal zu löschen, wählen Sie ##002#. Alternativ bieten Swisscom (My Swisscom App), Sunrise (My Sunrise App) und Salt (My Salt App) Schalter zum bequemen Ein- und Ausschalten.
Funktionieren GSM-Codes auch bei 5G- und VoLTE-Anschlüssen?
Grundsätzlich ja, allerdings gab es bei frühen VoLTE-Rollouts vereinzelt Probleme. Swisscom empfiehlt in solchen Fällen die Einrichtung über das Kunden-Portal (cockpit.swisscom.ch) oder die App. Sunrise und Salt bieten ebenfalls App-gestützte Alternativen.
Muss ich meine Rufnummer wechseln, wenn ich einen KI-Telefonassistenten einsetze?
Nein. Der KI-Assistent bekommt eine eigene Schweizer Nummer zugewiesen, auf die Sie Ihre Anrufe umleiten. Für Ihre Kundschaft bleibt Ihre bestehende Nummer sichtbar und anwählbar. Die Umstellung ist reversibel — mit ##002# schalten Sie alle Weiterleitungen sofort wieder ab.
Quellen
- Swisscom, Anrufweiterleitung Festnetz und Mobile (Privatkunden): swisscom.ch
- GSM-Standards GSM 02.04 und GSM 02.82 (Supplementary Services) — ETSI: etsi.org
- BAKOM, Fernmeldegesetz (FMG) und verwandte Verordnungen: bakom.admin.ch
- Fedlex, Fernmeldegesetz vom 30. April 1997 (SR 784.10): fedlex.admin.ch
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