Swisscom Combox: einrichten, abhören, Ansage ändern – der komplette Guide
Die Combox ist so schweizerisch wie das Sackmesser: Fast jeder hat sie, kaum jemand hat sie je bewusst eingerichtet. Sie war einfach da, als Sie Ihr Swisscom-Abo abgeschlossen haben. Und genau deshalb läuft sie bei vielen Geschäftsinhabern seit Jahren mit Werkseinstellungen: Standard-Ansage, Standard-Klingeldauer, Standard-PIN-Verhalten. Bis zu dem Tag, an dem ein Kunde sagt: "Ich bin immer nur auf Ihrer Combox gelandet."
Dieser Guide deckt alles ab, was Sie über die Swisscom Combox wissen müssen: wie Sie sie einrichten, wie Sie die Ansage ändern, wie Sie Nachrichten abhören, was Sie tun, wenn die Combox zu früh anspringt, wie sie im Ausland funktioniert und was sie kostet. Und am Ende klären wir die Frage, die sich viele KMU zu selten stellen: Ist die Combox für ein Geschäft überhaupt noch das richtige Werkzeug?
Kurz und bündig: Die Combox ist der Netz-Anrufbeantworter von Swisscom und bei Mobile-Abos in der Regel bereits aktiv. Abhören:086plus eigene Nummer wählen (oder Taste 1 gedrückt halten). Ansage ändern: im Combox-Sprachmenü oder in der My Swisscom App. Klingeldauer anpassen: GSM-Code**61*086eigene Nummer**30#(5 bis 30 Sekunden). Komplett deaktivieren:##002#. Die Combox basic ist im Abo inbegriffen.
Was ist die Swisscom Combox?
Die Combox ist der netzbasierte Anrufbeantworter von Swisscom, verfügbar für Mobile- und Festnetzanschlüsse. Anders als ein klassischer Anrufbeantworter steht sie nicht bei Ihnen im Büro, sondern läuft im Netz von Swisscom. Das hat zwei praktische Folgen: Sie funktioniert auch, wenn Ihr Telefon ausgeschaltet ist oder keinen Empfang hat. Und sie wird über Rufumleitungen gesteuert, also über dieselben GSM-Codes, mit denen Sie jede andere Weiterleitung einrichten.
Technisch passiert Folgendes: Wenn Sie einen Anruf nicht annehmen, besetzt sind oder nicht erreichbar sind, leitet das Netz den Anruf an Ihre Combox-Nummer weiter. Diese Nummer beginnt mit der Vorwahl 086, gefolgt von Ihrer eigenen Rufnummer. Die Vorwahl 086 ist im Schweizer Nummerierungsplan des BAKOM für den Zugang zu Sprachspeichersystemen reserviert. Der Anrufer hört Ihre Ansage und kann eine Nachricht hinterlassen.
Eine kompakte Begriffserklärung finden Sie auch im Glossar: Was ist eine Combox?
Wie richten Sie die Combox ein?
Bei den meisten Swisscom Mobile-Abos ist die Combox ab Werk aktiviert. Sie müssen also nichts freischalten, sondern nur personalisieren. So gehen Sie vor:
Schritt 1: Combox zum ersten Mal anrufen. Wählen Sie auf Ihrem Handy 086 gefolgt von Ihrer eigenen Nummer (Beispiel: 086 079 123 45 67). Auf den meisten Smartphones funktioniert auch das gedrückt Halten der Taste 1 in der Telefon-App. Beim ersten Anruf führt Sie das Sprachmenü durch die Grundeinrichtung.
Schritt 2: PIN festlegen. Vom eigenen Handy aus brauchen Sie in der Regel keine PIN. Für das Abhören von anderen Telefonen oder aus dem Ausland aber schon. Legen Sie die PIN gleich bei der Ersteinrichtung fest und notieren Sie sie dort, wo Sie auch Ihre anderen Zugangsdaten aufbewahren.
Schritt 3: Ansage besprechen. Das Sprachmenü bietet Ihnen die Wahl zwischen der Standard-Ansage, einer Ansage mit Ihrem Namen und einer komplett persönlichen Ansage. Für ein Geschäft ist die persönliche Ansage Pflicht (mehr dazu im nächsten Abschnitt).
Schritt 4: Prüfen, wann die Combox übernimmt. Standardmässig springt die Combox bei Nichtannahme (nach rund 25 Sekunden), bei Besetzt und bei Nichterreichbarkeit an. Welche Umleitungen aktiv sind, sehen Sie mit dem Abfrage-Code *#61# (bei Nichtannahme), *#67# (bei Besetzt) und *#62# (bei Nichterreichbarkeit).
Wer die Combox lieber per App verwaltet: In der My Swisscom App finden Sie die Combox-Einstellungen unter Ihrem Mobile-Abo. Dort lassen sich Ansagen, Benachrichtigungen und Umleitungen ohne Sprachmenü steuern.
Wie ändern oder besprechen Sie die Combox-Ansage?
Die Ansage ist der Teil der Combox, den Ihre Kunden hören. Trotzdem klingt sie bei vielen KMU noch so: "Der gewünschte Teilnehmer ist zurzeit nicht erreichbar." Kein Firmenname, keine Information, kein Grund zu bleiben. Für ein Geschäft ist das eine verpasste Chance bei jedem einzelnen Anruf.
So ändern Sie die Ansage:
1. Rufen Sie Ihre Combox an: 086 plus eigene Nummer oder Taste 1 gedrückt halten. 2. Folgen Sie im Sprachmenü dem Punkt für persönliche Einstellungen beziehungsweise Ansagen. Das Menü sagt Ihnen die jeweilige Taste an. 3. Wählen Sie "persönliche Ansage" und sprechen Sie Ihren Text nach dem Signalton. 4. Hören Sie die Aufnahme ab und bestätigen Sie sie, oder sprechen Sie neu.
In My Swisscom können Sie Ihre Ansage zudem jederzeit abhören oder löschen; neu besprochen wird sie über das Sprachmenü.
Was gehört in eine gute Geschäfts-Ansage? Drei Dinge: Wer Sie sind, wann Sie erreichbar sind, und was der Anrufer jetzt tun soll. Ein Beispiel: "Grüezi, Sie haben die Schreinerei Müller in Winterthur erreicht. Wir sind Montag bis Freitag von 7 bis 17 Uhr für Sie da. Hinterlassen Sie Name und Nummer, wir rufen Sie noch am selben Arbeitstag zurück."
Seien Sie sich dabei einer Sache bewusst: Auch die beste Ansage ändert nichts daran, dass rund 85 Prozent der Anrufer gar keine Nachricht hinterlassen. Sie hören die Ansage, legen auf und rufen den nächsten Anbieter an. Warum das so ist und was es kostet, haben wir im Beitrag Combox und Voicemail: Warum Sie Kunden verlieren ausführlich aufgeschlüsselt.
Wie hören Sie die Combox ab?
Die Kurzfassung: Vom eigenen Handy wählen Sie 086 plus Ihre eigene Nummer oder halten die Taste 1 gedrückt. Von einem anderen Telefon wählen Sie ebenfalls 086 plus Ihre Nummer und geben Ihre PIN ein. Aus dem Ausland funktioniert dieselbe Nummer im internationalen Format: +41 86 gefolgt von Ihrer Nummer. iPhone-Nutzer sehen ihre Nachrichten zudem direkt in der Telefon-App als Liste (visuelle Voicemail).
Weil das Abhören die mit Abstand häufigste Combox-Frage ist, haben wir ihr einen eigenen, ausführlichen Beitrag gewidmet, inklusive PIN-Fragen, Nachrichten löschen und der Anleitung für Sunrise- und Salt-Kunden: Combox abhören: vom eigenen Handy, von unterwegs und aus dem Ausland.
Welche häufigen Probleme gibt es und wie lösen Sie sie?
Problem 1: Die Combox springt zu früh an. Der Klassiker. Standardmässig leitet das Netz nach rund 25 Sekunden auf die Combox um, das sind etwa fünf Klingeltöne. Wer das Handy in der Werkstatt, im Behandlungszimmer oder in der Jackentasche hat, schafft es oft nicht rechtzeitig. Die Lösung ist ein GSM-Code, der die Klingeldauer neu setzt:
**61*086eigene Nummer**Sekunden#
Konkret: Wenn Ihre Nummer 079 123 45 67 ist und die Combox erst nach 30 Sekunden übernehmen soll, wählen Sie **61*0860791234567**30# und drücken die Anruftaste. Erlaubt sind 5 bis 30 Sekunden in 5er-Schritten. Mehr als 30 Sekunden lässt der GSM-Standard nicht zu. Mit *#61# prüfen Sie, ob die Einstellung übernommen wurde.
Problem 2: Die Combox springt an, obwohl Sie erreichbar wären. Prüfen Sie, ob eine sofortige Umleitung aktiv ist: *#21# zeigt den Status. Falls ja, deaktivieren Sie sie mit #21#. Danach klingelt Ihr Telefon wieder zuerst.
Problem 3: Sie wollen die Combox ganz abschalten. Der Code ##002# löscht sämtliche Rufumleitungen, also auch alle Wege zur Combox. Anrufer hören dann ein Freizeichen, bis Sie abnehmen, oder gar nichts. Genau hier sollten Geschäftskunden kurz innehalten: Ohne Combox geht jeder unbeantwortete Anruf vollständig verloren, nicht einmal mehr eine Nachricht ist möglich. Besser als Abschalten ist Ersetzen, dazu unten mehr.
Problem 4: Die Umleitung zur Combox wurde versehentlich gelöscht. Richten Sie die bedingten Umleitungen wieder ein, mit Ihrer Combox-Nummer als Ziel: *61*086eigene Nummer# (bei Nichtannahme), *67*086eigene Nummer# (bei Besetzt), *62*086eigene Nummer# (bei Nichterreichbarkeit). Wie diese Umleitungs-Codes generell funktionieren, erklärt unser Beitrag Rufumleitung einrichten: Swisscom, Sunrise, Salt.
Problem 5: Festnetz-Combox. Auch Swisscom-Festnetzanschlüsse haben eine Combox. Die Verwaltung läuft dort am einfachsten über das My Swisscom Kundencenter, wo Sie Ansagen und Einstellungen pro Anschluss konfigurieren können.
Wie funktioniert die Combox im Ausland?
Im Ausland arbeitet die Combox grundsätzlich weiter: Wer Sie nicht erreicht, landet auf der Ansage und kann eine Nachricht hinterlassen. Zwei Dinge sollten Sie aber wissen:
Abhören aus dem Ausland: Wählen Sie +41 86 gefolgt von Ihrer eigenen Nummer, zum Beispiel +41 86 079 123 45 67, und geben Sie Ihre Combox-PIN ein. Ohne gesetzte PIN ist das Abhören aus dem Ausland nicht möglich, richten Sie die PIN also vor der Abreise ein.
Kosten im Roaming: Das Abhören aus dem Ausland ist ein Anruf in die Schweiz und wird gemäss Ihrem Roaming-Tarif verrechnet. Je nach Abo ist Roaming inbegriffen oder kostet pro Minute. Achtung auch bei der Konstellation, dass ein Anruf Sie im Ausland erreicht und erst dort zur Combox umgeleitet wird; je nach Tarif können dabei Roaming-Gebühren anfallen. Swisscom empfiehlt deshalb, während eines Auslandaufenthalts alle Anrufe direkt (Service 21) auf die Combox umzuleiten; so bleibt die Verbindung innerhalb der Schweiz. Prüfen Sie die Details Ihres Abos vor längeren Auslandaufenthalten.
Für ein Geschäft ist die Ferienabwesenheit übrigens der Moment, in dem die Schwäche der Combox am deutlichsten wird: Zwei Wochen lang sammelt sie bestenfalls Nachrichten, während Anrufer, die keine hinterlassen, bei der Konkurrenz buchen.
Was kostet die Combox?
Die Combox basic ist bei Swisscom-Abos inbegriffen und kostet nichts extra. Das Abhören vom eigenen Handy innerhalb der Schweiz ist bei den gängigen Flatrate-Abos in der Gesprächspauschale enthalten; bei Abos ohne Flatrate richtet sich der Preis nach der Tarifliste Ihres Abos. Swisscom bietet daneben eine erweiterte Variante (COMBOX pro) mit zusätzlichen Funktionen wie mehr Speicherplatz und der Weiterleitung von Nachrichten per E-Mail.
Die ehrliche Kostenrechnung der Combox steht allerdings auf keiner Telefonrechnung: Es sind die Anrufer, die keine Nachricht hinterlassen. Für ein KMU mit 10 bis 20 Anrufen pro Tag summiert sich das schnell auf mehrere tausend Franken entgangenen Umsatz pro Monat. Die Rechnung dazu finden Sie im Beitrag Verpasste Anrufe kosten Schweizer KMU Tausende pro Jahr.
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Wann ist die Combox die falsche Lösung?
Für eine Privatnummer ist die Combox völlig in Ordnung. Wer Sie privat erreichen will, ruft später nochmals an oder schreibt eine Nachricht. Für eine Geschäftsnummer gilt diese Logik nicht: Ein Neukunde, der zum ersten Mal anruft, hat keinen Grund, es bei Ihnen ein zweites Mal zu versuchen. Er hat eine Liste von Anbietern vor sich, und Ihre Combox ist für ihn nur das Signal, zum nächsten Eintrag zu wechseln.
Der Kern des Problems: Die Combox ist ein Aufnahmegerät. Sie nimmt auf, was der Anrufer sagt, falls er überhaupt etwas sagt. Sie beantwortet keine Frage, bucht keinen Termin, beruhigt keinen Notfall. Ein KI-Telefonassistent dreht das um: Er nimmt den Anruf entgegen und führt ein Gespräch. Er kennt Ihre Öffnungszeiten, Ihre Dienstleistungen und Ihre Preise, bucht Termine direkt in Ihren Kalender und fasst jedes Gespräch für Sie zusammen. Der Anrufer bekommt eine Antwort statt eines Pieptons.
Der Umstieg ist bewusst einfach gehalten: Sie behalten Ihre Nummer, ändern nur das Ziel der bestehenden Umleitung und sind in unter einer Stunde umgestellt. Wie das im Detail funktioniert und was sich dadurch im Alltag ändert, lesen Sie im Beitrag Combox und Voicemail: Warum Sie Kunden verlieren.
Key Takeaways
- Die Combox ist der Netz-Anrufbeantworter von Swisscom und bei Mobile-Abos in der Regel bereits aktiv. Sie wird über die Vorwahl
086plus Ihre eigene Nummer erreicht und über Rufumleitungen gesteuert. - Abhören:
086plus eigene Nummer wählen oder die Taste1gedrückt halten. Details und Spezialfälle im Beitrag Combox abhören. - Ansage ändern: Combox anrufen, im Sprachmenü zu den persönlichen Einstellungen navigieren, neue Ansage besprechen. Für Geschäfte gehören Firmenname, Erreichbarkeit und eine klare Handlungsaufforderung hinein.
- Combox springt zu früh an: Klingeldauer mit
**61*086eigene Nummer**30#verlängern. Maximal sind 30 Sekunden möglich. - Deaktivieren mit `##002#` löscht alle Umleitungen. Für Geschäftsnummern ist Ersetzen meist sinnvoller als Abschalten.
- Die Combox basic ist gratis, ihr wahrer Preis sind aber die rund 85 Prozent der Anrufer, die keine Nachricht hinterlassen und stattdessen die Konkurrenz anrufen.
Häufig gestellte Fragen
Ist die Combox bei jedem Swisscom-Abo automatisch aktiv?
Bei Mobile-Abos ist die Combox in der Regel ab Werk eingerichtet und übernimmt bei Nichtannahme, Besetzt und Nichterreichbarkeit. Ob und welche Umleitungen aktiv sind, prüfen Sie mit den Codes *#61#, *#67# und *#62#. Beim Festnetz verwalten Sie die Combox über das My Swisscom Kundencenter.
Wie verlängere ich die Zeit, bis die Combox anspringt?
Mit dem GSM-Code **61*086eigene Nummer**Sekunden#, wobei 5 bis 30 Sekunden in 5er-Schritten erlaubt sind. Beispiel für 30 Sekunden bei der Nummer 079 123 45 67: **61*0860791234567**30#. Länger als 30 Sekunden geht technisch nicht, das ist eine Grenze des GSM-Standards, nicht von Swisscom.
Kann ich die Combox vorübergehend ausschalten und später wieder aktivieren?
Ja. ##002# löscht alle Umleitungen zur Combox. Zum Reaktivieren richten Sie die bedingten Umleitungen wieder ein, zum Beispiel *61*086eigene Nummer# für die Umleitung bei Nichtannahme. Alternativ geht beides über die My Swisscom App.
Was kostet das Abhören der Combox?
Innerhalb der Schweiz ist das Abhören bei Flatrate-Abos in der Pauschale enthalten. Aus dem Ausland gilt der Anruf auf +41 86 plus eigene Nummer als Anruf in die Schweiz und wird nach Ihrem Roaming-Tarif verrechnet.
Kann eine KI die Combox vollständig ersetzen?
Ja. Ein KI-Telefonassistent wird über dieselbe Rufumleitung angebunden wie die Combox: Statt auf 086 plus Ihre Nummer leiten Sie unbeantwortete Anrufe auf Ihre fonea-Nummer um. Der Unterschied liegt im Ergebnis: Der Assistent führt ein Gespräch, beantwortet Fragen und bucht Termine, statt eine Aufnahme zu starten. Ihre Nummer bleibt dabei unverändert.
Verwandte Begriffe im Glossar
- Was ist eine Combox?
- Was ist ein Anrufbeantworter?
- Was ist Rufumleitung?
- Was ist ein KI-Telefonassistent?
Quellen
- Swisscom, Hilfe & Support Combox (2026): swisscom.ch
- BAKOM, Nummerierungsplan E.164 Schweiz (2025): bakom.admin.ch
- ETSI, GSM-Supplementary-Services-Standard TS 122 004 / TS 122 030 (2024): etsi.org
- Forbes / Destination CRM, Voicemail Response Rates Study (2014): destinationcrm.com
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