Anonym anrufen: Nummer unterdrücken mit #31#
"Unbekannte Nummer", "Anonym", "Private Nummer": Kaum eine Anzeige auf dem Display löst so gemischte Gefühle aus. Mal steckt die Ärztin dahinter, die aus der Praxis-Zentrale anruft, mal ein Callcenter, das lieber nicht zeigt, wer es ist. Und manchmal sind Sie selbst es, der anonym anrufen möchte, etwa um eine Auskunft einzuholen, ohne danach wochenlang Rückrufe zu kassieren.
Dieser Beitrag zeigt beide Seiten: wie Sie Ihre eigene Nummer fallweise oder dauerhaft unterdrücken (iPhone, Android, Festnetz), wie Sie sie bei Bedarf wieder anzeigen, wer überhaupt anonym anruft und warum, wie Sie anonyme Anrufe blockieren und was das Schweizer Recht dazu sagt.
Kurz und bündig: Wer in der Schweiz einmalig anonym anrufen will, wählt#31#direkt vor der Rufnummer (Beispiel:#31#044 123 45 67). Dauerhaft unterdrücken lässt sich die Nummer in den Geräteeinstellungen (iPhone: Einstellungen, Telefon, "Meine Anrufer-ID senden" deaktivieren; Android: Telefon-App, Einstellungen, Anrufkonten beziehungsweise zusätzliche Einstellungen, Anrufer-ID) oder direkt beim Anbieter. Ist die Nummer dauerhaft unterdrückt, zeigt*31#vor der Nummer sie für einen einzelnen Anruf wieder an. Für Privatpersonen ist anonymes Anrufen legal; Werbeanrufe mit unterdrückter Nummer sind dagegen unlauter im Sinne des UWG.
Wie rufen Sie fallweise anonym an?
Der einfachste Weg ist ein GSM-Steuercode, der auf praktisch allen Handys und in allen Schweizer Netzen funktioniert: Wählen Sie #31# und direkt dahinter die Rufnummer, ohne Leerzeichen davor.
Beispiel: #31#0791234567
Beim Angerufenen erscheint statt Ihrer Nummer "Anonym", "Unbekannt" oder "Private Nummer", je nach Gerät. Der Code gilt nur für diesen einen Anruf; beim nächsten Anruf wird Ihre Nummer wieder normal übermittelt. Sie müssen nichts aktivieren oder rückgängig machen.
Zwei Einschränkungen sollten Sie kennen:
- Der Code wirkt nur bei Sprachanrufen. SMS und Messenger-Nachrichten übertragen Ihre Nummer beziehungsweise Ihr Konto trotzdem.
- Gegenüber Notrufnummern und Ihrem Anbieter sind Sie nie anonym. Die Rufnummernunterdrückung betrifft nur die Anzeige beim Angerufenen; im Netz bleibt Ihre Nummer bekannt.
Wie unterdrücken Sie Ihre Nummer dauerhaft?
Wenn Sie grundsätzlich nicht möchten, dass Ihre Nummer übermittelt wird, gibt es drei Wege.
Auf dem iPhone: Öffnen Sie Einstellungen, tippen Sie auf Telefon und dann auf "Meine Anrufer-ID senden". Deaktivieren Sie den Schalter, und Ihre Nummer wird bei allen ausgehenden Anrufen unterdrückt. Falls der Menüpunkt bei Ihnen fehlt, verwaltet Ihr Anbieter die Einstellung; dann führt der Weg über dessen App oder Kundencenter.
Auf Android: Öffnen Sie die Telefon-App, tippen Sie auf das Dreipunkt-Menü und auf Einstellungen. Die Option heisst je nach Hersteller etwas anders und versteckt sich meist unter Anrufkonten, Anrufeinstellungen oder zusätzlichen Einstellungen unter dem Stichwort "Anrufer-ID" oder "Eigene Rufnummer anzeigen". Wählen Sie dort "Nummer verbergen".
Beim Anbieter: Swisscom, Sunrise, Salt und die übrigen Schweizer Anbieter bieten die permanente Rufnummernunterdrückung auch als Anschluss-Einstellung an, in der Regel kostenlos über die jeweilige App, das Online-Kundencenter oder die Hotline. Das ist zugleich der richtige Weg für Festnetz- und VoIP-Anschlüsse, bei denen die GSM-Codes je nach Telefon und Anlage nicht zuverlässig funktionieren.
Bedenken Sie die Nebenwirkung: Wer dauerhaft anonym anruft, wird seltener abgehoben. Viele Menschen nehmen anonyme Anrufe grundsätzlich nicht entgegen, und manche Anschlüsse weisen sie automatisch ab.
Wie zeigen Sie Ihre Nummer fallweise wieder an?
Das Gegenstück zu #31#: Ist Ihre Nummer dauerhaft unterdrückt, können Sie sie für einen einzelnen Anruf übermitteln, indem Sie *31# vor die Rufnummer setzen.
Beispiel: *31#0441234567
Das ist praktisch, wenn Sie grundsätzlich anonym bleiben wollen, aber etwa beim Rückruf an einen Kunden erreichbar wirken möchten. Der Code wirkt nur für diesen einen Anruf; da sich das Verhalten je nach Gerät und Anbieter unterscheiden kann, testen Sie beide Codes am besten einmal mit einem Anruf auf ein zweites eigenes Telefon.
Wer ruft anonym an und warum?
Hinter "Unbekannt" auf dem Display steckt längst nicht immer etwas Unseriöses. Die häufigsten Fälle:
- Spitäler, Praxen und Behörden. Viele grosse Organisationen unterdrücken die Direktnummern ihrer Mitarbeitenden, damit Rückrufe über die Zentrale laufen. Der Anruf vom Spital kommt deshalb oft anonym.
- Privatpersonen mit Schutzbedürfnis. Wer seine Nummer nicht in fremden Anruflisten hinterlassen will, etwa bei Anrufen auf Inserate oder bei heiklen Auskünften, unterdrückt sie bewusst.
- Berufliche Trennung. Selbständige, die vom privaten Handy aus geschäftlich telefonieren, wollen ihre Privatnummer nicht an jeden Kontakt weitergeben.
- Callcenter und Betrüger. Unseriöse Werbeanrufer und Telefonbetrüger verstecken sich hinter unterdrückten Nummern, gerade weil sich anonyme Anrufe schlecht melden und blockieren lassen. Genau dieser Fall ist in der Schweiz rechtlich geregelt, dazu gleich mehr.
Wichtig für die Einordnung: Anders als eine angezeigte "unbekannte Nummer", die Sie nachschlagen können, lässt sich ein anonymer Anruf nicht prüfen. Genau deshalb sind viele Menschen dabei zu Recht vorsichtig.
Wie blockieren Sie anonyme Anrufe?
Wenn anonyme Anrufe für Sie vor allem Störung bedeuten, können Sie sie aussortieren:
Auf dem iPhone gibt es die Funktion "Unbekannte Anrufer stummschalten" (Einstellungen, Apps, Telefon). Anrufe von Nummern, die nicht in Ihren Kontakten sind, darunter auch anonyme, klingeln dann nicht mehr, sondern landen direkt auf der Voicemail und in der Anrufliste.
Auf Android bietet die Telefon-App in den Einstellungen unter "Blockierte Nummern" die Option, Anrufe von unbekannten beziehungsweise nicht übermittelten Nummern zu blockieren. Auch hier hängt die genaue Bezeichnung vom Hersteller ab.
Beim Anbieter lassen sich Spam- und Werbeanruffilter aktivieren, bei einigen Anbietern auch das generelle Abweisen anonymer Anrufe am Anschluss. Für Festnetzanschlüsse ist das oft der wirksamste Weg, weil das Telefon dann gar nicht erst klingelt.
Der Haken an allen Blockier-Lösungen: Sie treffen auch die legitimen anonymen Anrufer. Wer den Rückruf vom Spital, von der Schule oder von einem Neukunden erwartet, der zufällig mit unterdrückter Nummer anruft, verpasst ihn.
Ist anonym anrufen in der Schweiz legal?
Für Privatpersonen: ja. Die Rufnummernunterdrückung ist eine reguläre, von den Anbietern offiziell angebotene Funktion. Sie dürfen anonym anrufen, solange der Anruf selbst legal ist; Drohung, Belästigung oder Stalking bleiben strafbar, ob anonym oder nicht, und lassen sich von den Strafverfolgungsbehörden über den Anbieter auch zurückverfolgen.
Anders sieht es bei Werbeanrufen aus. Das Bundesgesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) regelt in Art. 3 Abs. 1 zwei Punkte, die seit der Revision von 2021 für klare Verhältnisse sorgen:
- Lit. v: keine Werbeanrufe mit unterdrückter Nummer. Wer Werbeanrufe tätigt, muss eine Rufnummer anzeigen, die im Telefonverzeichnis eingetragen ist und zu deren Nutzung er berechtigt ist. Anonyme Werbeanrufe und Anrufe mit gefälschter Nummer (Spoofing) sind damit unlauter.
- Lit. u: der Sterneintrag gilt. Wer im Telefonbuch mit einem Stern vermerkt hat, keine Werbung zu wünschen, darf von Firmen ohne bestehende Kundenbeziehung nicht zu Werbezwecken angerufen werden. Gleichgestellt sind Personen, die gar keinen Telefonbucheintrag haben.
Verstösse können Sie dem Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) melden, das Beschwerden sammelt und gegen fehlbare Firmen vorgeht. Zivil- und strafrechtliche Schritte stehen Betroffenen zusätzlich offen.
Was bringt der Sterneintrag gegen Werbeanrufe?
Der Sterneintrag ist das offizielle Schweizer Mittel gegen unerwünschte Telefonwerbung: ein Vermerk in den Telefonverzeichnissen (etwa auf local.ch), dass Sie keine Werbeanrufe und keine Weitergabe Ihrer Daten zu Werbezwecken wünschen. Den Eintrag beantragen Sie kostenlos bei Ihrem Telefonanbieter oder direkt beim Verzeichnisdienst.
Seriöse Unternehmen halten sich daran, denn ein Verstoss ist unlauter und kann gemeldet werden. Gegen Betrüger, die sich um das UWG ohnehin nicht kümmern, hilft der Stern naturgemäss wenig; hier bleiben die Blockierfunktionen von Gerät und Anbieter das Mittel der Wahl.
Was, wenn Sie anonyme Anrufe einfach ignorieren?
Viele lösen das Problem pragmatisch: Anonyme und unbekannte Nummern werden grundsätzlich nicht abgenommen. Privat ist das eine legitime Strategie. Geschäftlich ist sie teuer, denn hinter "Unbekannt" steckt eben nicht nur das Callcenter, sondern auch der Neukunde, der von der Firmenzentrale aus anruft, die Patientin, die vom Spital aus ein Rezept klärt, oder der Lieferant mit der dringenden Rückfrage. Wer alles wegdrückt, was er nicht zuordnen kann, verpasst echte Anrufe, und die meisten Anrufer sprechen nicht auf die Combox, sondern wählen die nächste Nummer auf ihrer Liste.
Die elegantere Lösung trennt nicht nach Nummer, sondern nach Inhalt: Ein KI-Anrufbeantworter nimmt jeden Anruf entgegen, auch den anonymen, führt ein echtes Gespräch, beantwortet Fragen und fasst Ihnen danach zusammen, wer angerufen hat und was die Person wollte. Werbeanrufer geben in einem solchen Gespräch schnell auf; echte Anliegen kommen vollständig bei Ihnen an. Und falls Sie Gespräche dokumentieren möchten: Was beim Aufzeichnen von Anrufen rechtlich gilt, lesen Sie im Beitrag Anrufe aufnehmen in der Schweiz: Was ist legal?
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Key Takeaways
- Fallweise anonym anrufen:
#31#direkt vor der Rufnummer wählen. Der GSM-Code funktioniert in allen Schweizer Netzen und gilt nur für den einen Anruf. - Dauerhaft unterdrücken: auf dem iPhone unter Einstellungen, Telefon, "Meine Anrufer-ID senden"; auf Android in den Einstellungen der Telefon-App unter Anrufer-ID; alternativ beim Anbieter über App oder Kundencenter.
- Fallweise wieder anzeigen:
*31#vor der Nummer übermittelt die Rufnummer für einen einzelnen Anruf, wenn sie dauerhaft unterdrückt ist. - Anonym anrufen ist für Private legal. Werbeanrufe mit unterdrückter oder gefälschter Nummer sind dagegen unlauter (Art. 3 Abs. 1 lit. v UWG); Verstösse gegen den Sterneintrag (lit. u) ebenfalls. Melden können Sie beides beim SECO.
- Anonyme Anrufe blockieren können Sie am Gerät (iPhone: "Unbekannte Anrufer stummschalten", Android: unbekannte Nummern blockieren) oder beim Anbieter, riskieren damit aber, auch legitime Anrufe von Spitälern, Behörden und Zentralen zu verpassen.
Häufig gestellte Fragen
Funktioniert #31# bei jedem Anbieter?
Der Code ist Teil des GSM-Standards und funktioniert in den Schweizer Mobilfunknetzen flächendeckend. Bei Festnetz- und VoIP-Anschlüssen hängt es von Telefon und Anlage ab; dort stellen Sie die Rufnummernunterdrückung besser direkt beim Anbieter oder in der Telefonanlage ein.
Kann der Angerufene meine unterdrückte Nummer trotzdem herausfinden?
Im Normalfall nein: Auf dem Display und in der Anrufliste erscheint nur "Anonym" oder "Unbekannt". Im Netz Ihres Anbieters bleibt die Nummer aber gespeichert. Bei strafbaren Anrufen können die Strafverfolgungsbehörden die Identität über den Anbieter ermitteln, und Notrufzentralen sehen die Nummer ohnehin.
Was ist der Unterschied zwischen "Anonym" und "Unbekannte Nummer"?
"Anonym" oder "Private Nummer" bedeutet, dass der Anrufer die Übermittlung seiner Nummer unterdrückt hat. Eine "unbekannte Nummer" ist dagegen eine angezeigte Nummer, die schlicht nicht in Ihren Kontakten gespeichert ist; diese können Sie auf search.ch, local.ch oder einem Bewertungsportal nachschlagen.
Werde ich zurückgerufen, wenn ich anonym anrufe?
Nein, das ist der praktische Nachteil: Der Angerufene sieht keine Nummer und kann Sie weder zurückrufen noch Ihre Nummer speichern. Wenn Sie einen Rückruf erwarten, sollten Sie die Nummer übermitteln oder im Gespräch beziehungsweise auf der Voicemail hinterlassen.
Darf eine Firma mich anonym anrufen?
Für reine Service-Anrufe, etwa die Rückmeldung zu Ihrer Bestellung, ist die unterdrückte Nummer rechtlich nicht verboten, auch wenn sie unprofessionell wirkt. Sobald der Anruf Werbezwecken dient, verlangt das UWG eine angezeigte, im Verzeichnis eingetragene Rufnummer; anonyme Werbeanrufe können Sie dem SECO melden.
Quellen
- SECO, Unerbetene Werbeanrufe (2026): seco.admin.ch
- Fedlex, Bundesgesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG), Art. 3: fedlex.admin.ch
- Swisscom, Hilfe zur Rufnummernunterdrückung am Festnetzanschluss (2026): swisscom.ch
- mobilezone, Rufnummer unterdrücken (2026): mobilezone.ch
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